Wir Christen sind grundsätzlich alle gemeinsam Gemeinde. Wir haben alle den Auftrag, die gute Botschaft des Evangeliums weiterzusagen und miteinander zu leben. Das ergibt sich aus dem allgemeinen Priestertum aller Gläubigen.

 

Wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus.“ (Römer 12, 4 f.)

 Die Strukturen unseres kirchlichen Lebens verändern sich fortwährend. Und das Ehrenamt verändert sich mit. Dabei lernen wir, dass jede und jeder von uns nur exemplarisch handeln kann, niemals vollkommen und allumfassend. Das gilt für Haupt- und Ehrenamt. Es kommt darauf an, in welchem Geist gelebt, geleitet und gehandelt wird: suche ich das Meine oder der Stadt Bestes? Verstehen wir unser Engagement als Gabe oder sind wir auf Anerkennung und eigenen Nutzen aus? Wer seine Zeit anderen widmet, so die schöne Erfahrung, wird im Miteinander, in Aufmerksamkeit und Teilnahme finden, was er gesucht hat.

 

Nach reformatorischem Verständnis trägt jeder Getaufte auch Verantwortung für das gelingende Miteinander und das Zusammenwirken in Zeugnis und  Dienst der Kirchengemeinde oder einer diakonischen Einrichtung. Das Priestertum aller Getauften stellt die Gaben der Einzelnen in den Zusammenhang mit unserem Leben und Auftrag als Christen. Das ist eine große Einladung, das Leben vor Ort aktiv mitzugestalten, ganz gleich ob es ehren-, neben- oder hauptamtlich geschieht. Bei aller Unterschiedlichkeit sind die Mitwirkenden alle gleichermaßen von dem einen Gott, dem einen Herrn und dem einen Geist getragen.

 

Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist; und es sind verschiedene Ämter, aber es ist ein Herr.  Und es sind verschiedene Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.“ (1.Kor.12, 4–6)

 

Wir danken Ihnen, denn durch Ihren Einsatz wird christlicher Glaube im Alltag von Menschen auf vielfältige Weise sichtbar und spürbar, ganz gleich ob Sie sich in einer diakonischen Einrichtung, in einer Kirchengemeinde, in der Jugendverbandsarbeit oder in einem der kirchlichen Handlungsfelder engagieren. Die Lebenszeichen, die von Ihnen ausgehen, sind doppelt wichtig in einer Gesellschaft, in der Vereinzelung oder Rückzug ins Private zunehmen. Im Ehrenamt geschieht viel unsichtbare Arbeit, die Menschen fördert und glücklich macht. Sichtbares und Engagement im Verborgenen – beides ist wichtig.